19. Januar 2012

Offener Brief von Mina Ahadi an G. Westerwelle

Sehr geehr­ter Herr Dr. Westerwelle,

aus dem iranischen Gefängnis Rajai Shahr hat mich gestern Abend der 21 jährige Zaniyar Moradi mit zittriger Stimme angerufen. Er sagte, dass sein Todesurteil und das von seinem Cousin, dem 26 jährigen Loghman Moradi, bestätigt worden ist. Die beiden können jederzeit hingerichtet werden.
Er wollte, dass ich etwas unternehme. Seine letzten, mit Angst begleiteten Worte waren :„Denke, ich wäre dein eigenes Kind! Hilf mir! Ich will am Leben bleiben!“

Heute am 19. Januar ist der Geburtstag meiner Tochter. Ich habe diesen Tag mit den Worten von Zaniyar begonnen und ich möchte alles Erdenkliche tun um ihn zu helfen. Ich möchte alle, die meiner Meinung nach in der Lage sind, etwas zu tun, benachrichtigen – damit wir gemeinsam Zaniyar retten.

Daher bitte ich Sie und das Auswärtige Amt, wie bei dem Fall der zwei im Iran inhaftierten deutschen Reportern, diese Angelegenheit als sehr ernst zu nehmen und sich für die Rettung dieser jungen Menschen einzusetzen.

Ich bin überzeugt, dass Sie viel machen können.

Das internationale Komitee gegen Hinrichtung und ich haben vor, eine internationale Kampagne für die Rettung von Zaniyar zu organisieren und erwarten von Ihnen und dem Auswärtigen Amt, sich uns anzuschließen und notwen­dige Maßnahmen zu ergreifen.

Hochachtungsvoll
Mina Ahadi
Internationales Komitee gegen Hinrichtung

Köln, den 19.01.2012

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