28. November 2016

Rebellische Frauen im Islam – Die Veranstaltung

Vortrag von Worood Zuhair aus Kerbela.
Mit einer Einführungsrede von Rana Ahmed aus Saudi-Arabien.

Organisatoren: Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) und Giordano Bruno Stiftung Köln (GBS)

Vortrag von Worood Zuhair:
In religiösen Gemeinschaften breiten sich Heuchelei, Gewalttätigkeit, Sexualverbrechen und Mord aus und sind zur Normalität geworden. Wenn ein Mann und eine Frau alleine sind, ist die Frau der Gnade des Mannes ausgeliefert. Die Isolation von Männern und Frauen im täglichen Leben führt dazu, dass sich Männer wie tollwütige Hunde verhalten. Sie belästigen, schlagen und vergewaltigen Frauen, sogar aus der eigenen Familie, und ihre taten sind von ihrer Religion und den Gesetzen gerechtfertigt.

Es gibt keine soziale Ausgewogenheit. Nur weil jemand mit zwei Hoden geboren wurde wird er durch seine frauenfeindliche Religion vor Sklaverei bewahrt. Ich möchte diejenigen, die die Befähigung von Frauen einschränken und ihnen verminderte Geisteskräfte zuschreiben, daran erinnern, dass eure Propheten, Geistliche, Imame und sonstigen Größen nicht vom Himmel gefallen sind, sondern aus der Vagina von Frauen das Licht der Welt erblickt haben. Zum Glück für die Frauen sind ihre Vaginas nicht nur für Sex zu gebrauchen, sondern auch zur Produktion von Kindern. Andernfalls würden ihre muslimischen Eltern sie abschneiden, zunähen und über der Tür aufhängen mit einer Gravur „Dies war ein Schandmal, welches durch Gottes Wille ausgemerzt wurde“.

Der Mann kontrolliert in der Familie jeden Aspekt des weiblichen Lebens, sogar wenn er jünger ist. Erwachsene Frauen werden wie Kinder behandelt. Frauen haben kein Recht, Entscheidungen über ihr eigenes Leben zu treffen. Sie werden als Besitztum der Familie und der religiösen Gemeinschaft betrachtet. Männliche Verwandte haben die Pflicht über die Keuschheit der Frauen zu wachen, weil der Islam lehrt, dass Frauen schmutzig sind und nicht über die Fähigkeit von moralischen Entscheidungen verfügen. Ihre Jungfräulichkeit ist das Fundament der Ehre der Familie, ihrer Ethik, Stärke und ihres Zusammenhalts.

Das Versagen einer Frau keusch zu bleiben – selbst im Falle einer Vergewaltigung – stellt eine soziale Katastrophe allererster Ordnung für die gesamte Familie dar und bringt Schande über sie. Mit dieser verdrehten Logik wird im Falle einer Vergewaltigung nicht der Angreifer bestraft, sondern das Opfer umgebracht, um die Schande von der Familie zu waschen, die die Frau über sie gebracht hat. Zur Ehrverletzung führen angebliche oder vermutete sexuelle Verfehlungen, der Wunsch der Frau, sich ihren Ehemann selbst auszusuchen oder ihre Forderung nach einer Ehescheidung. Eine solche Schande gibt dem Mann das Recht zu töten. In Ländern wie Irak, Saudi-Arabien und Jordanien werden Frauen durch ihre männlichen Verwandten vor Familiengerichten zum Tode verurteilt, um ihre Ehre wieder herzustellen.

Im Zuge des Zustroms muslimischer Einwanderer häufen sich solche Vorfälle in Europa und selbst in Amerika. Es gibt kein Gesetz, das uns vor dieser männlichen Macht beschützt, welche sich auf das islamische Recht stützt, das zu Gewaltverbrechen im Namen von Ehre und Schande aufruft.

Die meisten Frauen überleben diese Gewalt nicht, ich schon. Ja ich bin die Überlebende eines versuchten Ehrenmordes und spreche heute für diejenigen, die nicht für sich sprechen können.

Ich schrie so laut ich nur konnte, aber niemand antwortete. Er schlug mich weiter bis ich nichts mehr spürte. Ich verlor das Bewusstsein und als ich wieder zu mir kam, war mein Gesicht geschwollen, die Lippen bluteten und ich verspürte einen wie Feuer brennenden Schmerz im Rücken.

Eine Frau aus der Nachbarschaft hörte mich schreien, doch sie kam nicht um mir zu helfen, sondern um mich aufzufordern nicht so laut zu schreien. Ihr war es egal was mir passiert war, sondern wollte dafür sorgen, dass ich beim nächsten Verprügeln leise wäre, um die Männer der Umgebung nicht zu verführen.

Trotz meiner Verletzung und aller nur denkbaren Versuche meiner Familie, Gesellschaft und Religion, mein Leben zu zerstören, hielt ich an meinem Ziel fest Freiheit zu erlangen und beschloss aus diesem Land der Hölle zu flüchten. Ich machte mich auf eine Reise von 8300 km um Freiheit zu finden. Ich bin die Frau, von der alle Welt erwartete, dass sie unterwegs sterben werde. Aber schließlich kam ich in dem Land an, das mir Freiheit zusicherte. Ich bin nicht nur eine rebellische Frau aus dem Irak. Ich bin eine Frau, die sich von den Fesseln dieser religiösen Gesellschaft befreite, etwas wovon viele Frauen in der muslimischen Gemeinschaft träumen.

Ayaan Hirsi Ali sagte einmal: „Es gibt Zeiten, in denen Schweigen Komplizenschaft mit der Ungerechtigkeit bedeutet„. Wirksamer Wandel erfordert einen starken institutionelle Rahmenstruktur und staatliche Stellen, die die Macht haben Gesetze durchzusetzen. Wir müssen die Führer der Welt kontaktieren und auf sie Druck ausüben Gesetze zu erlassen und dafür zu sorgen, dass diese verstanden und wirksam werden. Dies erfordert eine koordinierte Anstrengung und fordert von uns Zusammenarbeit.

Arbeiten wir zusammen daran diese Ungerechtigkeit zu beenden.

Übersetzung LZ

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